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am 02.01.2019

Hauchdünner Sieg für Ingvild Flugstad Oestberg

Siegerehrung Massenstart Frauen

Natalia Nepryaeva, die russische Siegerin von Toblach knapp geschlagen

Das erste Rennen der „Tour de Ski“-Etappe in Oberstdorf ist vorüber. Im 10-Kilometer Klassikrennen bei den Frauen setzte sich die Norwegerin Ingvild Flugstad Oestberg mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur einem Hundertstel gegen die Siegerin des Freistil-Finales von Toblach, Natalia Nepryaeva aus Russland, durch. Dritte wurde mit Anastasia Sedova ebenfalls eine Russin. nach der Hälfte der Tour liegt Flugstad Oestberg in der Gesamtwertung damit 24,1 Sekunden vor der russischen Verfolgerin Nepryaeva.

Einen hervorragenden 9. Rang erzielte Katharina Hennig. Die Athletin, die für den WSC Erzgebirge Oberwiesenthal startet und im Sonthofen lebt, war mit einem Rückstand von 56,6 Sekunden erneut beste Deutsche .Mit diesem Rang sicherte sich die 22-Jährige auch die Startberechtigung für die Nordische Ski-WM in Seefeld. Nur knapp an einem Platz unter den Top 15 schrammte Pia Fink (SV Bremelau) vorbei. Sie wurde mit einem Rückstand von 1:06,5 immerhin 16. im Klassement.

Die weiteren Platzierungen der DSV-Athletinnen: 22. Julia Belger (+ 1:43,9), 29. Laura Gimmler (SC Oberstdorf, +2:03,8), 43. Victoria Carl (SCM Zella-Mehlis, 3:39,9 ).

am 02.01.2019

Stimmen nach dem Massenstart der Männer

Emil Iversen

Emil Iversen, Francesco de Fabiani, Sergey Ustiugov, DSV-Athleten und Bundestrainer Schlickenrieder nach dem 15-Kilometer-Rennen

Emil Iversen (NOR, 1. Platz):
Es ist wie immer in Oberstdorf, heute heftiger Schneefall, letztes Jahr Sturm, das haben wir hier alles schon erlebt. Aber für mich war es heute ein perfektes Rennen. Obwohl ich jetzt auf den dritten Platz in der Gesamtwertung liege, gehe ich jetzt nach Hause und lasse das Rennen morgen schon aus. Mein Fokus liegt jetzt auf der Nordischen Skiweltmeisterschaft in Seefeld.

Francesco de Fabiani (ITA, 2. Platz):
Ich habe auf den letzten Anstieg gewartet mit der Attacke.
Ich bin hochzufrieden heute. Ich habe in den letzten drei, vier Jahren in Oberstdorf gelernt zu warten mit einem Angriff nach vorn. in diesem Rennen war ich eingeklemmt zwischen vielen Norwegern und den Russen. Für morgen habe ich mir vorgenommen, meine Position auf Platz 9 zu halten. Und ich warte auf das nächst 15-Kilometer-Klassik-Rennen.

Sergey Ustiugov, RUS, 3. Platz:
Das war heute seltsam. Am Anfang hatte ich noch große Probleme mit dem Material. Die Ski waren bei dem heftigen Schneefall nicht so schnell . Aber auf der Schlussrunde konnte ich trotzdem noch mal Gas geben und am Ende doch noch den dritten Platz machen. Ich bin sehr zufrieden.

DSV-Athleten und Bundestrainer Schlickenrieder

Sebastian Eisenlauer (SC Sonthofen, 31. Platz):
Oberstdorf kennt man mittlerweile gut, leider war es hier in den letzten Jahren von den Wetterbedingungen her immer schwierig. Letztes Jahr hatten wir den Regen, dieses Jahr Schneefall. Meine eigene Leistung
war nicht top, aber es war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. ich war sehr unzufrieden damit, wie es in den ersten Tagen der Tour gelaufen ist. Allerdings hatte ich schon ein wenig damit gerechnet, dass es so kommen wird, weil ich im Herbst einiges an Ausfällen hatte.

Florian Notz (SZ Römerstein, 48. Platz):
Es ist schön, dass es jetzt wieder schneit. Ich habe mich nur leider für den falschen Ski entschieden. Das war nicht ideal, aber mein eigener Fehler. Man hätte auch den Aufrauski nehmen können, aber ich habe auf weniger Schneefall spekuliert,
Morgen ist wieder Skating. Das liegt mir eigentlich eher besser und da werde ich noch mal voll angreifen. Vielleicht kann ich in der Gesamtwertung noch mal schauen, was möglich ist.

Bundestrainer Peter Schlickenrieder:
Die beste Saisonleistung sollen sie bei der Weltmeisterschaft in Seefeld abliefern, ich denke, das ist für uns ein wichtiger Leistungsnachweis, ob wir auf dem richtigen Weg sind oder nachjustieren müssen. Als Zwischenfazit würde ich sagen, dass wir körperlich von der Entwicklung her auf dem richtigen Weg sind. Mehrheitlich passt alles, wir müssen unseren Plan nicht ändern, sondern können ihn weiter verfolgen. Nach der Tour der Ski gehen wir in zwei Vorbereitungsphasen die wir dann sehr individuell fahren. Zeitlich passt unser großer Plan eigentlich, vor allem auch wenn man auf die Männer schaut, wo die reinen Platzierungen vielleicht nicht so berauschend sind. Aber gerade Sebastian Eisenlauer, der im Herbst lange Krankheiten zu verkraften hatte und jetzt wieder ins Training gefunden hat; auch ein Florian Notz, der gut gelaufen ist, aber im Endeffekt zum falschen Ski gegriffen hat. Sie konnten aber trotzdem die Geschwindigkeit mit laufen und waren in dem Haufen dabei. In Gesamtstand haben sie nicht viel Rückstand kassiert.

am 02.01.2019

Stimmen nach dem Massenstart der Frauen

Ingvild Flugstad Oestberg

Nach dem klassischen 10-Kilometer-Rennen von Oberstdorf

Ingvild Flugstad Oestberg (NOR, 1. Platz):
Ja, das war auf jeden Fall ein sehr hartes Rennen, vor allem als es anfing zu schneien war es nicht einfach, vorne zu bleiben. Ich habe es trotzdem versucht und musste sehr sehr hart daran arbeiten. Ich hatte gehofft, dass einige ausfallen würden, aber die Russinnen waren schon sehr stark, vor allem beim letzten Anstieg. Ich habe mich entschieden, einfach alles zu geben und wirklich alles dran zu setzen als erste über die Ziellinie zu fahren. Es fühlt sich einfach großartig an, dieses Rennen hier heute zu gewinnen und als Erste beendet zu haben.

Was bedeutet es dir, die neue Führende in der Gesamtwertung der Tour die Ski zu sein?

Ja,natürlich ist es großartig, in der Tour de Ski ganz vorne zu sein. Ich war ja schon einmal Führende in der Tour de Ski, das ist eine feine Sache. Aber es bedeutet auch sehr, sehr harte Arbeit. In den nächsten Rennen kann immer wieder viel passieren, jetzt bin ich auf jeden Fall erst mal sehr, sehr happy, dass es heute geklappt hat.

Weitere Stimmen aus der Pressekonferenz:

Natalia Nepryaeva (RUS, 2. Platz):
Ich liege nun 24 Sekunden hinten in der Gesamtwertung. Das ist nicht allzu viel. Mein Plan ist, den Abstand zu wahren zu allen, die dahinter liegen. In der Tour ist jede stark und du musst in jedem Rennen dein Bestes geben.

Anastasia Sedova (RUS, 3. Platz):
Wir haben heute im Rennen eine gute Teamarbeit geleistet, dadurch war es auf der harten, übrigens gut präparierten Strecke einfacher. Und nun sind wir im Team auch auf dem Podest.

Katharina Hennig (WSV Erzgebirge Oberwiesenthal, 9.Platz und damit beste DSV-Starterin):
Ich bin überglücklich über diesen 9. Platz. Ich habe auf der Zielgeraden gespürt, wie Stina Nilson angerauscht kommt. Dann habe ich meinem Fuß fürs Fotofinish so lang wie möglich gemacht. Eigentlich habe ich gar nicht so lange Füße.
Ich werde nun aus der Tour aussteigen, weil ich gesundheitlich angeschlagen bin.

am 02.01.2019

Für die WM 2021 rollen die Räder

Verena Sternitzke und Tobias Angerer

Oberstdorf macht mobil für das Großereignis 2021

Für die Nordische Ski-Weltmeisterschaft 2021 in Oberstdorf rollen die Räder: Ein begehbares Werbemobil mit dem Logo für die WM auf den Seitenwänden und jeder Menge Info-Material über das Großevent (23. Februar bis 07. März 2021) reist derzeit von einem Winter-Sportereignis zum anderen. Premiere gefeiert hat der Anhänger bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf, sorgte aber auch beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen für viel Aufmerksamkeit. Bei der „Tour de Ski“ in Oberstdorf war auch einer der prominenten WM-Botschafter, Tobias Angerer, an Bord. Wie Verena Sternitzke (Eventmanagement für die WM 2021) berichtete, soll das Mobil nach seinem Zwischenstopp in der Heimat die Reise fortsetzen nach Seefeld, dem Austragungsort der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 2019, wo für Oberstdorf schon mal die Werbetrommel gerührt werden soll.

am 02.01.2019

Pia Fink begeistert Fans aus Bremelau

Fans von Pia Fink

Ein Bus voller Langlauf-Freunde unterstützt die Athletin von der Schwäbischen Alb

„Ganz früh aufstehen“ hieß es für die Fans von Pia Fink, der Langläuferin vom SV Bremelau. Ein Bus voller Sportsfreunde ist heute Morgen von der Schwäbischen Alp nach Oberstdorf gereist, um die prominente Vereinskollegin kräftig anzufeuern. Die Fans erhoffen sich von der 23-Jährigen Langläuferin, dass sie ihre Sache wieder so gut macht wie im vergangenen Jahr. Damals hatte sie im Massenstart mit dem 27. Platz zum ersten Mal in ihrer Karriere Weltcup-Punkte gesammelt. Die Schwäbin ist eine von fünf deutschen Athletinnen, die heute im Massenstart über 10 km ins Rennen geht.

am 02.01.2019

Frische Kost für fitte Sportler

Partyservice

Alexander Vögele aus Wolfertschwenden versorgt die Athletenlounge

Bunte Blattsalate, ein Kokos-Currysüppchen, pochiertes Lachsfilet oder rosa gebratene Kalbshüfte auf mediterranem Gemüse, wem würde da nicht das Wasser im Munde zusammenlaufen? Schon im vergangenen Jahr standen frisch zubereitete Salate und Gemüse sowie leichte Fisch- und Fleischgerichte in der Athletenlounge auf der Speisekarte. Die Frischeküche kam bei Sportlern und Betreuern so gut an, dass auch in diesem Jahr wieder voll und ganz auf gesunde Snacks, frisches Gemüse und Fisch für die besten Langläufer der Welt gesetzt wird. Alexander Vögele aus Wolfertschwenden hat sich mit seinem Partyservice auf die logistische Meisterleistung eingelassen, für rund 250 Personen an den beiden Wettkampftagen frische und feine Küche zu liefern.

am 02.01.2019

"Tour de Ski" ist in Oberstdorf angekommen

Stadion vor Start

Fünf Frauen und neun Männer vom DSV am Start

Die weltbesten 49 Langläuferinnen und 70 Langläufer aus 20 Nationen nehmen am Mittwoch die vierte Etappe der Tour de Ski in Oberstdorf in Angriff. Nach den ersten Rennen in Toblach und Val Mustair sind die Athleten am Abend des Neujahrstages im Allgäu angekommen. Im härtesten Etappenrennen der Welt geht es bereits am 2. Januar ohne Ruhetag weiter. Auf dem Programm stehen zwei Massenstart-Rennen im klassischen Stil. Die Frauen starten um 12 Uhr über die 10-Kilometer und die Männer um 14 Uhr über die 15-Kilometer-Distanz. Interessant für die Zuschauer: Auf der 2,5 Kilometer-Strecke laufen die Athleten mehrfach durchs WM-Langlaufstadion im Ried. Bei den Frauen gibt es in der dritten von vier Runden einen Bonussprint, bei den Männern in der dritten und fünften von insgesamt sechs Runden. Wie Wettkampf-Chef Georg Zipfel am Dienstagabend bei der Mannschaftsführersitzung betonte, sei die Loipe in einem einwandfreien Zustand. Das Team um Langlauf-Chef Fidel Joas habe glänzende Vorarbeit geleistet. Und auch die Wettervorhersagen stimmen die Organisatoren zuversichtlich. Die Neuschnee-Mengen sollen sich in Grenzen halten.

 

Zwischen Frauen- und Männer-Wettbewerb wird am Mittwoch Hanna Kolb vom TSV Buchenberg noch offiziell verabschiedet. Die Junioren-Sprint-Weltmeisterin von 2012 war Ende letzten Winters mit nur 26 Jahren nach vier WM-Teilnahmen und 125 Weltcup-Rennen von ihrer aktiven Karriere zurückgetreten.

 

Der Deutsche Skiverband ist in Oberstdorf am Mittwoch mit fünf Frauen und neun Männern am Start

Katharina Hennig (23 Jahre), Julia Belger (24/bd. WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Victoria Carl (23/SCM Zella-Mehlis), Pia Fink (23/SV Bremelau) und Lokalmatadorin Laura Gimmler (25/SC Oberstdorf), Florian Notz (26/SZ Römerstein), Thomas Bing (28/WSV Dermbach), Lucas Bögl (28/SC Gaissach), Janosch Brugger (21/WSG Schluchsee), Andreas Katz (30/SV Baiersbronn), Sebastian Eisenlauer (28/SC Sonthofen), Valentin Maettig (28/WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Jonas Dobler (27/SC Traunstein), Thomas Wick (27/SCM Zella-Mehlis).

 

Am Donnerstag folgen in Oberstdorf die Verfolgungsrennen. Bei den Männern (ab 13.05 Uhr) geht es dann erneut über 6 × 2,5 Kilometer und bei den Frauen (ab 15.15 Uhr) über 4 × 2,5 Kilometer im freien Stil.

am 01.01.2019

Von der Loipe ins Rennbüro

Lucia Joas und Inge Holzenberger

Lucia Joas hat nach ihrer Sportkarriere die Seiten gewechselt und hilft jetzt ehrenamtlich bei der "Tour de Ski"

Lucia Joas hat die Seiten gewechselt: Statt eine letzte Trainingseinheit auf der Loipe im Langlaufstadion im Ried zu absolvieren, sitzt die 27-Jährige vor dem Laptop und geht sorgfältig die Startlisten durch. Die „Tour de Ski“, die morgen und übermorgen in Oberstdorf zu Gast ist, erlebt sie nicht, wie so oft zuvor, als Athletin, sondern vom Büro aus als Rennsekretärin für die beiden Wettkämpfe, die am Mittwoch ab 12.00 Uhr und Donnerstag ab 13.00 Uhr stattfinden
.
2016 hat sie, damals noch unter ihrem Mädchenamen Anger, zum letzten Mal bei der" Tour de Ski" mitgemacht, vor zwei Jahren ihre Rennkarriere, zumindest bis auf weiteres, unterbrochen. Sie hat geheiratet und inzwischen einen Sohn, Elia. Dem Langlauf ist die Oberstdorferin, die inzwischen ihren Lebensmittelpunkt nach Nesselwang verlagert hat, treu geblieben. „Irgendwie will ich nach all den guten Jahren als Aktive nun auch etwas zurückgeben“, meint sie dankbar. Was blieb ihr da schon anderes übrig, als „Ja“ zu sagen, als der langjährige Rennsekretär Bernhard Linder sie um Unterstützung bat. Linder als echter Tour-Experte ist derzeit ein vielgefragter Mann und kehrt erst kurzfristig als Val Mustair zurück, wohin man ihn sozusagen „ausgeliehen“ hatte. Dass Lucia ihm gemeinsam mit Inge Holzenberger in Oberstdorf den Rücken freihält, freut ihn ganz besonders.

Die staunte schon im vergangenen Jahr nicht schlecht, was so alles hinter den Kulissen im Vorfeld der Weltcup-Rennen passiert. „Als Athlet kriegst du das alles ja gar nicht so mit, kümmerst dich eigentlich nur um deine eigene Leistung“, erinnert sie sich an ihre Starts bei der „Tour de Ski“. Ihr bestes Ergebnis hatte sie übrigens nicht in Oberstdorf, sondern in Oberhof geholt. In der Saison 2013/14 wurde sie dort im Sprint-Wettbewerb Sechste hinter so illustren Namen wie Marit Björgen oder Ingvild Oestberg-Flugstad und sicherte sich damit das Ticket für die Olympischen Spiele in Sotchi.

In Oberstdorf zu starten, war dennoch für sie immer etwas ganz Besonderes. „Vor Familie und Freunden auf der heimischen Strecke zu laufen, das ist schon großartig“, sagt sie. Vor allem am Burgstall lassen sich die Athleten tragen von den Anfeuerungsrufen der Fans. „Wenn du diesen knallharten Anstieg schon ein paar Mal hinter dir hast und in der letzten Runde schon so richtig platt bist, hilft dir der Applaus, nochmal zu beißen“, weiß sie aus Erfahrung.

Auch für die Zuschauer habe das Langlaufstadion im Ried einen besonderen Reiz. „So viel wie hier siehst du nirgends“, vergleicht sie verschmitzt mit anderen Orten, wo die Athleten während der Rennen für längere Zeit „im Wald“ verschwinden. Drum hofft sie, die noch mit ganzer Leidenschaft bei ihrem Langlaufsport ist, dass heute und morgen möglichst viele Zuschauer ins Stadion kommen. Spannend wird es allemal, wenn die besten der Welt in Oberstdorf ihr Stell-dich-ein geben.

am 27.12.2018

Weihnachtswünsche aus dem Skisprungstadion

Weihnachtsgrüße aus der Audi Arena

Vierschanzentournee In Oberstdorf laufen die Vorbereitungen für das Auftaktspringen am Samstag und Sonntag auf Hochtouren. Die Eröffnungsparty steigt am Freitag um 19 Uhr

Das hat inzwischen Tradition im Skisprungstadion: Mitten im Trubel der Vorbereitungen zur Vierschanzentournee haben die Mädels der Skisport- und Veranstaltungs GmbH (SVG) am Heiligabend einen kurzen Schnitt gemacht und sich in schriller Kostümierung im Schanzenauslauf aufgestellt, um allen Skisprungfans eine „Frohe Weihnacht“ zu wünschen. Da turnten muntere Schnee -und Weihnachtsmänner auf dicken Brillengestellen und auf jedem Schopf glänzte ein reichlich geschmückter Christbaum. „So viel Zeit muss sein“, waren sich die sechs Frauen einig, als sie im Schanzenauslauf fürs Foto vergnügt aus der Reihe tanzten. Ihre Weihnachtsfeier, das wissen sie inzwischen, wird wie immer im Sommer nachgeholt.

Die Weihnachtszeit ist an der Skisprungschanze in Oberstdorf alles andere als besinnlich. Letzte Vorbereitungen zur Tournee müssen getroffen werden. „Das grobe Gerüst steht, aber der Feinschliff wird in den letzten Tagen und Stunden erledigt“, erklärt der Geschäftsführer der SVG, Florian Stern. Gerüste stehen, Zusatztribünen sind aufgebaut, das Glaszelt zwischen den Schanzen ist ebenso aufgerichtet wie die Videowand, die die spektakulären Sprünge der weltbesten Skispringer für die Zuschauer vom Anlauf bis zur Landung in den Fokus nimmt. Die vielen hundert Helfer sind eingekleidet, die Akkreditierungen laminiert und die Autos für den Shuttle-Dienst in Salzburg abgeholt. Alle Ressort- und Bereichsleiter sind seit Wochen im „Stand-by-Modus“ und mit ihren ehrenamtlichen Helfern im engen Kontakt.

Wie die Schneekönige gefreut haben sich die Verantwortlichen im Organisationskomitee über die kalten Temperaturen Mitte Dezember. „Die Bedingungen waren endlich so gut, dass wir in vier Tagen und Nächten ausreichend Schnee produzieren konnten, um die Anlage in einen Topzustand zu bringen“, berichtet sich Florian Stern. Der Dauerregen in den vergangenen Tagen war kein Problem.

Weil alles so gut nach Plan läuft, heißt das auch, dass sich die SVGler über Weihnachten eine klitzekleine Auszeit nehmen durften. „Der erste Weihnachtstag war frei“, sagt Marketing-Chef Stefan Weidhaas. Auch die Dienstleister haben sich die kurze Pause gegönnt. Dafür ging es gestern mit Vollgas weiter, damit die Tournee-Tage erfolgreiche Tage werden. Die Caterer richten sich erst kurz vor Veranstaltung ein, die TV-Trucks rollen an und der Schanze wird der Feinschliff verpasst. Auch vermeintliche Kleinigkeiten gehören dazu: Tannenzweige für den Daaskreis müssen her, die Best-to Beat-Linie wird eingestellt und die Laubbläser postiert. Doch nicht nur an der Schanze packen alle kräftig an, um wieder ein großes Event für die erwarteten 25 500 Zuschauer vorzubereiten. Gleichzeitig muss auch im Langlaufstadion die Infrastruktur für die „Tour de Ski“ am 2. und Januar geschaffen werden.

Seit Wochen im Einsatz

Auch beim härtesten Langlauf-Wettbewerb der Welt ist Verlass auf das Know-How der SVG und der vielen versierten Helfer, die seit Wochen dabei sind, anspruchsvolle und gut präparierte Strecken für die weltbesten Langläufer herzurichten. Und dann ist da noch die große Eröffnungsparty zur Tournee morgen Abend um 19 Uhr im Nordic Park. Vor dem Oberstdorf Haus warten wieder viele hundert Skisprung-Fans gespannt darauf, die Top-15 der Welt und die deutsche Nationalmannschaft hautnah zu erleben. „Das ist für Sportler und Publikum schon immer etwas ganz Besonderes“ weiß Stefan Weidhaas aus den Vorbereitungen in den Vorjahren. Obwohl die Teilnahme für die Athleten nicht verpflichtend ist, genießen die meisten das Bad in der Menge, bevor es tags drauf losgeht mit dem ersten großen Skisprung-Spektakel dieses Winters. Wenn die Sportler sich schon lange in ihre Hotels zurückgezogen haben und die Skisprung-Fans aus aller Welt nach dem Feuerwerk im Nordic Park weiterfeiern, brennt in den Büros an der Schanze noch lange das Licht.

Text: Elke Wiartalla (Allgäuer Anzeigeblatt, 27.12.2018)

am 21.12.2018

Vierschanzentournee gesichert

Die Schneeberge im Skisprungstadion

Organisatoren geben Grünes Licht für Skisprung-Spektakel

Das erste große Skisprung-Spektakel des Winters ist gesichert: Am Dienstag gaben die Veranstalter grünes Licht für die 67. Vierschanzentournee, die vom 29. Dezember bis zum 6. Januar in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen stattfindet.

„Wir haben allen vier Austragungsorten genügend Schnee und beginnen bereits mit der Präparierung der Schanzen“, erklärt Johann Pichler aus Bischofshofen, Präsident der Vierschanzentournee.

Auch am Auftaktort Oberstdorf laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Die kalten Nächte in der vergangenen Woche kamen gerade recht, damit wir jetzt in der Woche vor Weihnachten die Anlage optimal herrichten können“, erklärt Dr. Peter Kruijer, der Vorsitzende des Skiclubs Oberstdorf und Chef des Organisationskomitees im Allgäu.

Der Run auf die Vierschanzentournee ist dabei ungebrochen. Für das Auftaktspringen gibt es nur noch Karten für die Qualifikation und auch in allen anderen Orten ist der Andrang groß: „Der Vorverkauf boomt wie nie zuvor“, sagt Michael Maurer, Vorsitzender des Skiclubs und OK-Chef in Partenkirchen. Nach dem Tourneeauftakt in Oberstdorf jubelten die Fans im vergangenen Jahr auch beim Neujahrsskispringen in einem voll besetzten Olympiastadion den weltbesten Skispringern zu. Auch in diesem Winter erwarten die Organisatoren bei den Wettkämpfen insgesamt über 100.000 Zuschauer.

Die Favoriten sind in diesem Jahr bunt gemischt. Der Saison-Shooting-Star und Weltcupführende, Ryoyu Kobayashi, kommt aus Japan, hinter ihm folgen mit Piotr Zyla und Kamil Stoch zwei Polen und der Deutsche Skiverband hat mit dem Oberstdorfer Lokalmatador Karl Geiger und Stephan Leyhe zwei ganz heiße Eisen im Feuer. Geiger gewann am Wochenende bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg sein erstes Weltcupspringen und fährt entsprechend motiviert in die Heimat. Team Norwegen ist mit Johann Andre Forfang und Robert Johannson ebenfalls in den Top Ten des Weltcups vertreten.

„Jetzt müssen nur noch unsere Adler nachlegen und in Tourneeform kommen“, sagt Alfons Schranz, Vorsitzender des Sport-Clubs Bergisel in Innsbruck. Die Hoffnungen der ÖSV-Adler ruhen auf Stefan Kraft (derzeit 13. im Weltcup) und Daniel Huber, der am ersten Wettkampftag in Engelberg als Dritter aufs Podium sprang.

Mit dem Print@Home-Service können Skisprungfans ihre Karten sicher online unter tickets.vierschanzentournee.com bestellen und bequem zu Hause ausdrucken. Auch heuer warnen die Organisatoren wieder vor unseriösen Anbietern, die Tickets zwar regulär erwerben, diese aber später zu überteuerten Preisen im Internet anbieten. „Wer auf Nummer sicher gehen will, der bestellt direkt im offiziellen Print@Home-Ticketshop der Tournee“, rät Pichler.

Text: Ingo Jensen

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