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am 15.01.2018

Geiger kocht Rydzek auf der Zielgeraden ab

20-Jähriger schafft mit Frenzel ersten Sieg in Kombi-Weltcup

Der Oberstdorfer Vinzenz Geiger sorgte beim Weltcup der Nordischen Kombinierer im italienischen Fleimstal für eine faustdicke Überraschung. Der 20-Jährige führte das zweite deutsche Team mit dem Oberwiesenthaler Eric Frenzel zum Sieg im Teamsprint gegen das favorisierte Duo Deutschland I mit Fabian Rießle und dem amtierenden vierfachen Weltmeister Johannes Rydzek. Geiger sorgte mit einem 131-Meter-Satz schon beim Springen dafür, dass sein Team mit einem 15-Sekunden-Vorsprung in die Loipe ging. Dort ließ er sich von seinem Vereinskameraden Rydzek lange ziehen, ehe er ihn auf der Zielgeraden überholte. Nach seinem Junioren-WM-Titel letzten Winter ist der erste Weltcup-Sieg der bislang größte Erfolg von Vinzenz Geiger. Im Einzelbewerb wurde Rydzek Vierter, Geiger Achter.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt/15.01.2018

am 04.01.2018

Stimmen zum Massenstart-Rennen der Männer

Emil Iversen

Reaktionen der Platzierten

Emil Iversen (1. Platz, NOR):
„Es war ein harter Kampf von Start bis zur Ziellinie, ich habe nur versucht im Kopf cool zu bleiben, und im Rennen alles richtig zu machen. Es ist mir heute wirklich gut gelungen, und deswegen bin ich sehr zufrieden mit mir selbst. Da musst du wirklich im Kopf gut bleiben und auf dem eisigen Kurs die Balance sehr gut behalten. Es war quasi vom Start weg wie ein Krieg, ich habe versucht offensiv zu fahren und das Beste im Rennen zu geben, was ich konnte. Am Ende lag ich vorne und wusste, dass ich eine gute Chance habe, das Rennen zu gewinnen.

Die Bedingungen waren erstaunlicherweise sehr gut. Sie haben alle einen sehr guten Job mit der Vorbereitung gemacht, sehr gut. Jetzt steht das nächste Rennen in Val di Fiemme an, ich versuche jetzt etwas zu essen und mich dann heute zu erholen und hoffe, dort um einen weiteren Sieg kämpfen zu können.

Sindre Bjoernestad Skar (2. Platz, NOR):
Es waren schon schwierige Bedingungen und ein hartes Rennen, es waren sehr sehr viele Kämpfe während des Rennens, aber man muss sich einfach auf sich selbst konzentrieren über das ganze Rennen den Weg, um am Ende eine gute Position zu haben. Ich habe immer nur dann die nächste Runde und die nächste Runde gedacht immer versucht, in den Top Ten bleiben. Dieser Plan ist gut aufgegangen.

Francesco de Fabiani (Italien/Platz 3):
„Ich bin sehr glücklich, es war bisher ein sehr schweres Jahr für mich. Ich hatte nur zwei Trainings im Sommer, und im Winter war es dann sehr schwer für mich, meine Ziele zu erreichen. Das ist das erste Podium seit über 15 Monaten für mich glaube ich, deswegen bin ich sehr glücklich.

Es war heute wirklich nicht leicht, auch wegen des Regens, aber der Kurs war gut, der Schnee war hart, es war nicht so schwer zu fahren. Das Feld war sehr eng zusammen und damit war es ein harter Kampf. Ich habe mich in meinem Rennen gut gefühlt, als ich dann aber in der vierten Runde gestürzt bin, dachte ich, oh nein! Ich wollte unbedingt aufs Podium. Also habe ich alles gegeben und attackiert. Und bin in der letzten Runde auf Platz drei vor gelaufen. Das war wirklich ein gutes Rennen für mich.

Ich weiß, dass die Organisatoren wetterbedingt gestern große Probleme hatten. Ich muss sagen, dass sie großartige Arbeit geleistet haben, dass das Rennen heute stattfinden konnte. Ich bin sehr happy mit meinem Ergebnis. Die Saison ist bisher für mich nicht sehr gut gelaufen. Ich war meistens um Platz 15 oder 20, das macht keinen Spaß. Heute auf dem Podium zu sein ist sehr sehr gut."

Martin Johnsrud Sundby (Platz 8; NOR):
„Natürlich kann man immer besser sein, aber in Anbetracht meiner jetzigen Form war es gut. Ich habe heute einige Sekunden gut gemacht und bin in der Gesamtwertung jetzt auf Platz drei.
Mein Hauptziel sind natürlich die Olympischen Spiele, ich nutze diese Tour, zum einen, weil ich sie sehr liebe, zum anderen, um besser in Form zu kommen. Ich wollte auch heute um den Sieg mitkämpfen und habe das auch in der Tourwertung vor. Klar, sieht das von meiner aktuellen Platzierung aus gesehen recht weit entfernt aus, aber wir haben noch zwei weitere Rennen.
Klar war das Wetter heute schwierig und die Bedingungen sehr schwer, auch für diejenigen, die das Rennen ausrichten und organisieren. Man könnte natürlich über vieles diskutieren, dass das Rennen schwer war oder die Chancen für viele verdorben hat, da sie Probleme mit ihren Ski und Stöcken hatten. Aber ich bin glücklich, dass sie sich entschieden haben, das Rennen stattfinden zu lassen.“

am 04.01.2018

Überraschender Ausgang des Männer-Rennens

Siegerehrung Männer

Stürze, Stockbrüche und Skiverluste im Gedrängel, das war ein Wettkampf aus der Raritätensammlung

Ein kurioses Rennen lieferten sich die Männer bei der fünften Etappe der Tour de Ski in Oberstdorf, dem 15-Kilometer-Massenstart-Rennen. Die Überraschung des Massenstart-Rennens gab es beim Zieleinlauf: Im Schlussspurt setzte sich Emil Iversen (NOR) mit hauchdünnem Vorsprung vor seinem Landsmann Sindre Björenstad Skar (Rückstand 0,4 Sekunde) und dem Dritten Francesco de Fabiani aus Italien (+ 0,9 Sekunden) durch, den niemand auf der Rechnung hatte.

Nicht nur der Italiener jubelte über seinen Podestplatz. Auch für zwei deutsche Langläufer ging der Plan auf. So holten sich Lucas Bögl (SC Gaißach) als Elfter und Jonas Dobler (SC Traunstein) als 13. die halbe Olympia-Norm. Thomas Bing (Rhöner WSV), der sich bisher als einziger deutscher Langläufer bereits für die Olympischen Spiele qualifiziert hatte, bestätigte seine ansteigende Form mit einem hervorragenden neunten Platz.

Enttäuschend ging das Rennen für Sebastian Eisenlauer vom Skiclub Sonthofen zu Ende. Der 27-Jährige, der seine Hoffnungen ohnehin eher auf den Sprintwettbewerb gesetzt hatte, verlor alle Chancen auf eine vordere Platzierung, als er durch den Sturz eines Konkurrenten behindert wurde. Am Ende landete er auf dem 58. Platz. Sein Rückstand betrug über eine Minute.

Florian Notz beendete das Rennen als 20. (SZ Römerstein) mit einem Rückstand von 8,1 Sekunden, gefolgt von Valentin Mättig (SC Erzgebirge Oberwiesenthal) auf dem 21. Platz (+ 9,2 sec) und Janosch Brugger (WSG Schluchsee) auf Platz 23 (9,5 sec). Die weiteren deutschen Athleten: Platz 34 Andi Kühne (WSC Erzgebirge Aue; +12,6), Platz 41 Andi Katz (SV Baiersbronn/+16,2) und Platz 49 Thomas Wick (SC Motor Zella-Mehlis/+22,5).

am 04.01.2018

Stimmen zum Massenstart-Rennen der Frauen

Ingvild Flugstad Oestberg

Erste Reaktionen der Athletinnen nach dem Rennen

Ingvild Flugstad Oestberg ( Platz 1, NOR):
„Ja, ich bin auf jeden Fall sehr happy, dass ich heute hier gewonnen habe, es war ein besonderes Rennen unter sehr schwierigen Bedingungen. Wir waren eine große Gruppe über das ganze Rennen hinweg. Wir waren viele Mädchen, die bis zum Schluss um den Sieg gekämpft haben. Heidi und ich hatten ein hartes Duell, leider hatte sie Pech und ist auf den letzten 50 m gestürzt. Es tut mir sehr leid für sie, aber ich musste weiter laufen und ins Ziel kommen. Mit meinen eigenen letzten 100 Metern bin ich sehr zufrieden.

Die Organisatoren haben einen sehr guten Job gemacht, gestern, heute Nacht und heute Morgen. Die Bedingungen waren sehr gut. wenn auch sehr eisig. Es ist sehr schön, dass trotz dieses stürmischen und regnerischen Wetters Fans hier sind, die uns anfeuern.

Maiken Caspersen Falla (Platz 2, NOR):
„Es war ein sehr schwieriger Wettkampf mit sehr schweren Bedingungen. Es war so eisig, dass es schwer war, die Balance zu halten. Man könnte sagen, dass es eher eine einfache Strecke ist, aber gerade beim Anstieg wird man da sehr ausgepowert. So war's auch bei mir. Einige sind dadurch zurückgefallen, aber ich habe mich stark gefühlt.. Ich fühle mich sehr gut und bin sehr glücklich, heute so gut abgeschnitten zu haben. Endlich ein gutes Ergebnis, das ich dringend brauchte.
Für mich ist die Tour heute beendet. Ich habe sehr bald einen neuen Wettkampf anstehen, deswegen kann ich leider nicht die gesamte Tour mit laufen.“
Es war ein sehr schwieriger Wettkampf mit sehr schweren Bedingungen. Es war schwierig, weil es auch so eisig war, da ist es schwer, die Balance zu halten. Man könnte normalerweise sagen, dass es eher eine einfache Strecke ist, aber gerade beim Anstieg wird man da sehr ausgepowert. So war's auch bei mir. Einige sind dadurch zurückgefallen, aber ich habe mich stark gefühlt, ich habe es geschafft. Ich fühle mich sehr gut, und bin sehr glücklich, heute so gut abgeschnitten zu haben. Endlich ein gutes Ergebnis, das ich dringend brauchte.

Ich gehe heute aber nach Hause, die Tour ist für mich beendet. Ich habe sehr bald einen neuen Wettkampf anstehen, deswegen kann ich leider nicht die gesamte Tour mit laufen.

Krista Parmakoski (3. Platz, FIN):
„Mein Plan für heute war, so viele Bonus -Sekunden wie möglich zu schaffen. Nach den ersten Bonus-Sekunden hatte ich dann einen guten Sprint und habe da 15 Sekunden gut gemacht. Danach habe ich mir eine Taktik für den Anstieg überlegt, damit ich für die Zieleinfahrt in einer guten Position bin. Ich bin sehr glücklich mit dem dritten Platz.
Die letzten Meter vor der Zieleinfahrt waren sehr eigenartig. Natürlich tut mir ein bisschen leid, dass Heidi gestürzt ist. Vielleicht wäre ich sonst nur Vierte. Man kann aber auch sagen, dass man in seinem Sport so gut sein muss, dass man eben nicht hinfällt.“

Nicole Fessel (6. Platz, SC Oberstdorf):
„Es ging heute sehr gut. Es war schon ein schwerer Lauf, bei dem man schon die Ellbogen ausfahren musste. Ich bin heilfroh, dass ich durchgekommen bin und mich behaupten konnte. Es war zwar eisig, aber das ist mir immer noch lieber als nass und tief. Da kann es schon mal passieren, dass man – wie Heidi Wenig auf der Zielgeraden – eben mal ausrutscht.

Ich werde jetzt aus der Tour de Ski aussteigen, weil ich über den Sommer gemerkt habe, dass mein Körper Kräfte sparen muss. Olympia ist mein Hauptziel. Es hat schon seine Gründe, dass auch eine Marit Björgen oder eine Stina Nilsson hier nicht dabei sind. Ich muss meine Kräfte sparen und will es nicht mehr so haben wie im Vorjahr, als mich die Tour zu viel Kraft gekostet hat und ich dann beim Saisonende in Lahti schon extrem enttäuscht war.

Es hat mir sehr leid getan für Veranstalter und Helfer, dass sie gestern absagen mussten. Aber nichtsdestotrotz war es heute ein Topstrecke und ein Topwettkampf. Für mich daheim zu laufen, ist schon super schön.“

Sandra Ringwald (15. Platz, ST Schonach-Rohrhardsberg ):
„Solche Regenrennen wie gestern und heute habe ich noch nie gehabt. Das Rennen war sehr schwierig und sehr eng. Da musste man schon die Ellenbogen ausfahren. Es gab sehr viele Positionskämpfe, bei denen ich mich am Anfang auch gut behaupten konnte. Am Ende war meine Ausgangsposition aber nicht gut genug, um ganz vorne mitkämpfen zu können. Das ist zwar ein bisschen schade. Ich steige jetzt aus der Tour und greife dann die Woche darauf in Dresden wieder an.“

Steffi Böhler (33. Platz, SC Ibach):
„Ich bin extrem schwer zurecht gekommen. Meine Muskulatur ist ziemlich schnell fest geworden durch das Stabilisieren auf so eisigen Bedingungen. Aber solche Tage gibt es. Übermorgen geht es weiter.“

am 04.01.2018

Nicole Fessel jubelt über Platz 6

Massenstart Frauen

Drei Skandinavierinnen teilen sich die Podestplätze beim Massenstart-Rennen in Oberstdorf

Das Massenstart-Rennen der Frauen über 10 km Freistil ist beendet. Die Athletinnen hatten bei strömenden Regen schwere Bedingungen. Auf der eisigen Strecke gab es vor 1500 Zuschauern einige Stürze. Neben Lokalmatadorin Laura Gimmler vom Skiclub Oberstdorf, die nach ihrem Sturz ausschied, traf es besonders dramatisch die Norwegerin Heidi Weng. Die zweifache Weltmeisterin von Lahti stürzte als Führende nur 50 Meter vor dem Ziel und musste sich am Ende mit dem elften Rang zufriedengeben. Siegerin in diesem Regenrennen wurde einmal mehr Ingvild Flugstad Oestberg (Norwegen). Die Weltcup- und Tour-Führende kam 1,9 Sekunden vor Maiken Caspersen Falla (Norwegen) und Krista Parmakoski (Finnland), die 3,2 Sekunden zurücklag, ins Ziel.

Nicole Fessel positionierte sich als beste Deutsche mit einem Rückstand von 5,51 Sekunden auf Oestberg auf einem guten sechsten Rang. Die Oberstdorferin, die sich bereits für die Olympischen Spiele qualifiziert hat, lobte im Anschluss an das Rennen die gute Arbeit der Veranstalter. „Die Bedingungen waren top, allerdings schwierig zu laufen, obwohl die Strecke nicht allzu anspruchsvoll war“, sagte die 34-Jährige, der ein wenig die Anstiege gefehlt haben. Sandra Ringwald lief auf den 17. Platz (Rückstand 10,3 sec). Die weiteren deutschen Läuferinnen Pia Fink als 27. und Victoria Carl auf Rang 32 strauchelten erneut auf dem Weg zur Olympia-Qualifikation. Hanna Kolb war nach ihrem Erfolg gestern in der Sprint-Qualifikation gar nicht erst zum Massenstart angetreten. Die Allgäuerin, die für den TSV Buchenberg startet, hatte sich mit dem achten Rang im Prolog das ersehnte Ticket für Südkorea geholt - vorausgesetzt der Deutsche Olympische Sportbund folgt der Empfehlung der DSV-Führung.

am 04.01.2018

Stippvisite von Miriam Neureuther

Miriam Neureuther

Mit Tochter Matilda und Schwiegereltern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther zu Besuch in Oberstdorf

Sie hat am Rande der Tour de Ski für eine Überraschung gesorgt: Miriam Neureuther, geborene Gössner. Die 27-Jährige kam auf Einladung der ARD-Sportschau mit den Schwiegereltern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther sowie der wenige Wochen jungen Tochter Matilda nach Oberstdorf. Vor der Kamera erklärte sie, dass sie sich nach der Babypause eine Rückkehr zum Langlauf vorstellen könne. Warum Biathlon für die zweimalige Staffel-Weltmeisterin keine Option mehr ist, erklärte sie dann im Gespräch.
 
Wir sehen Sie also bald wieder in der Langlaufloipe. Wie kam’s zu diesem Entschluss?
Miriam Neureuther: (lacht) Es ist ja momentan nur eine Überlegung. Die Lust ist auf jeden Fall groß, die Motivation auch. Ich muss in den nächsten Wochen und Monaten aber erst einmal schauen, wie es mit der Kleinen funktioniert. Meine Eltern, die Eltern von Felix, alle würden mir helfen. Aber ich werde mich definitiv erst entscheiden, bevor die neue Saison losgeht.
 
Wie förderlich ist da ein Tag als Zuschauerin an der Loipe im strömenden Regen?
Neureuther: Sehr sogar. Denn wenn ich die anderen da draußen laufen sehe, denke ich mir: Das würde mir schon auch noch Spaß machen! Trotz des schlechten Wetters. Aber wie gesagt: Jetzt hat erst einmal unsere Tochter oberste Priorität.
 
Wie viel Zeit bleibt momentan überhaupt, um daheim in Partenkirchen ein paar Runden auf Ski zu drehen?
Neureuther: Ich stille die Kleine noch und sie trinkt alle drei Stunden. Da kann man sich ja ausrechnen, wie viel Zeit bleibt. Ich sehe das aber weniger als Training. Die Zeit draußen mit meiner Tochter oder auch alleine ist für mich Genuss.
 
Warum eigentlich zurück zum Langlauf, quasi zu den Wurzeln, und nicht zum Biathlon?
Neureuther: Jeder weiß, dass ich nicht die Stabilste am Schießstand war und auch keine Zeit mehr habe, das intensiv zu trainieren. Langlaufen hat mir schon immer Spaß gemacht. Interview: Stephan Schöttl

am 04.01.2018

Frische Küche statt Braten mit brauner Soße

Küchentrupp

Athletenverpflegung ohne Zusatzstoffe - vegan - vegetarisch - bio

PurNatur versorgt Langläufer mit gesunden Snacks, warmen knackigen Salaten und frischem Gemüse. Statt einem Braten, der seit Stunden in der Soße schwimmt, gibt es frisch zubereiteten Fisch und Geflügel in der Athletenlaunch bei der Tour de Ski im Langlaufstadion. Für Sandra Hiemer-Daschner, die Küchenchefin von PurNatur in Kempten, eine logistische Meisterleistung, die sie mit ihrem Team für die schnellsten Langläufer der Welt gern auf sich nimmt.
„Wir kochen ohne irgendwelche Zusätze, frisch und bio“, betont die Köchin. Im Athletenzelt gibt es neben Fisch und Fleisch auch vegane Küche. Vorbereitet wird das Frischeangebot für rund 250 Leute. Athleten und Betreuer haben die Wahl zwischen feinem Roastbeef, Geflügel oder Rinderbolognese, Ratatouille, Broccoli, Karotten und Blattsalate.
Die Idee, Profisportler mit Leckereien aus der Frischeküche zu verwöhnen, kam Sandra Hiemer-Daschner durch die Erfahrung, die sie in der eigenen Familie sammeln durfte. Bruder Matthias Beck, selbst ehemailgier Langläufer, stöhnte nach Wettkämpfen immer „schon wieder und immer nur Nudeln“, mit denen die leeren Akkus aufgetankt werden sollten. „Das geht auch anders“ versichert Hiemer-Daschner. Mit ihrer mobilen PurNatur-Küche hat sie in Oberstdorf Sportler und Betreuer überzeugt.

am 04.01.2018

Nach dem Sturm wird gemeinsam aufgebaut

Pistenraupe

Helfer im Langlaufstadion packen seit den frühen Morgenstunden an

Sturmtief „Burghild“ ist weitergezogen und die Helfer im Langlaufstadion sind seit den frühen Morgenstunden eifrig dabei, die neue Wettkampfstrecke zu präparieren. Nachdem der Wintersturm die Tour de Ski in Oberstdorf gestern voll erwischt und die Veranstalter zum Abbruch des Sprintrennens gezwungen hatte, blickt man am Tag danach schon wieder zuversichtlich in das Stadionrund. Zum Nachsinnen über die Ereignisse gestern bleibt keine Zeit und all die Freiwilligen sind konzentriert auf ihren Posten. Der Sportliche Leiter für Skilanglauf im Deutschen Skiverband, Andreas Schlütter, betrachtet das emsige Treiben. „Kaum zu glauben, mit welchem Optimismus hier geschafft wird, nach dem, was gestern abgelaufen ist“, meint er bewundernd. Banden werden neu aufgestellt, die Pistenraupen ziehen frische Spuren und im Start/Zielbereich wird umgebaut. Um 10.15 Uhr wird wie geplant der Massenstart der Frauen über 10 km Freistil erfolgen. Um 11.15 Uhr folgen die Männerrennen über 15 km. Allerdings musste aufgrund der Sturmschäden am Burgstall die Strecke verkürzt werden. Die Sportler kommen stattdessen mehrmals durchs Stadion.

am 03.01.2018

Massenstart-Rennen am Donnerstag kann stattfinden

DBE8809

Entscheidung fiel am frühen Mittwochabend: Tour de Ski wird trotz der Sturmschäden in Oberstdorf fortgesetzt

Nach langen Beratungen und Besichtigungen haben Internationaler und Deutscher Skiverband sowie das Organisationskomitee in Oberstdorf am frühen Mittwochabend entschieden, die Tour de Ski am Donnerstag, 4. Januar, wie geplant mit der fünften Etappe in Oberstdorf fortzusetzen.

Wegen der starken Sturmschäden vom Mittwoch wird allerdings auf einer verkürzten Strecke gelaufen. Die Frauen laufen ab 10.15 Uhr auf der etwa 1,8 Kilometer langen Strecke vier, die Männer ab 11.15 Uhr sechs Runden in freier Technik.
Für die Organisatoren in Oberstdorf bedeutet diese Entscheidung einen Kraftakt. Zahlreiche freiwillige Helfer werden in einer Nachtschicht die Sturmschäden beseitigen und Absperrungen und Werbebanner auf einer neuen Strecke aufbauen.
Wegen Sturmtief Burglind mussten die Sprint-Wettbewerbe am Mittwoch nach dem Frauen-Prolog abgesagt werden.

Der Veranstalter macht darauf aufmerksam, dass die Tickets von Mittwoch auch am Donnerstag gültig sind.

am 03.01.2018

Stimmen zur Absage in Oberstdorf

Hanna Kolb

Nach der Absage des Sprint-Wettbewerbs nahmen Betreuer und Athleten zur Jury-Entscheidung Stellung

Andreas Schlütter, Sportlicher Leiter:
„Ich kann mich nur an ein Rennen in Düsseldorf vor etlichen Jahren erinnern. Da kam auch eine Böe vom Rhein reingezogen und man musste das Rennen absagen. Es war einfach zu gefährlich. So wie heute hier auch. Die Entscheidung der Jury war definitiv richtig. Es ist sehr schade für die Sprinterinnen, gerade der dritte Platz von Sandra Ringwald nach dem Prolog. Ich denke, die Tour geht ganz normal weiter – ohne das heutige Ergebnis. Nichtsdestotrotz wollen wir beim DOSB beantragen, dass Hanna Kolb mit ihrem zwölften Platz heute die Olympia-Norm erfüllt hat.“
 
Torstein Drivenes, Damen-Cheftrainer DSV:
„Ja, die Entscheidung, die Rennen abzubrechen war richtig. Da hinten sind Bäume auf die Strecke gefallen, das ist lebensgefährlich. Ich habe so etwas in meinem Leben noch nicht gesehen. Das war Wahnsinn. Und für unser Team ist das noch dazu absolut bitter und schwer zu akzeptieren, dass auch dieser Frauen-Prolog nicht zählen soll. Wir sind in einer guten Form. Die Steffi Böhler hat erstmals einen Prolog überstanden, eine Sandra Ringwald hatte die Chance, heute ihr erstes Podium zu holen. Das ist echt bitter.“
 
Hanna Kolb:
„Normal geht Langlauf immer. Aber jetzt wird es glaub ich echt gefährlich. Ich hab keine banden rumfliegen sehen, aber gehört, dass Bäume umgeknickt sind. Ich hatte noch Glück im Prolog, nach dem Start ging es mal richtig zur Sache, aber in meinen drei Minuten war es schon einigermaßen okay. Es war nass, aber nicht gar so schlimm.
Bin gespannt, ob das Prolog-Ergebnis wirklich gar nicht zählt. Unsere Trainer haben gesagt, dass sie bei der Jury darum kämpfen wollen, weil es wohl eine FIS-Regel gibt, wonach so ein Ergebnis auch zählen kann.  Für mich wäre das natürlich genial, weil  ich dann die Olympia-Quali in der Tasche hätte und Sandra auf dem Podium wäre. Jetzt mal abwarten. Ich habe so einen Wettkampf jedenfalls noch nie miterlebt, wo der Wind den Wettkampf so beeinflusst. Ich weiß nur, dass hier in Oberstdorf beim Orkan  Kyrill auch mal eine deutsche Meisterschaft abgesagt wurde.“  (Anm. das war im Januar 2007)
 
Nicole Fessel:
„Das war ganz schön krass heute, Regen haben wir schon immer gehabt, aber so mit dem Wind noch nicht. Es war schon schwierig. Ich habe gedacht, von den Bedingungen vom Schnee her, haben sie es so richtig gut hingekriegt. Aber ich habe im zweiten Anstieg eine Böe erwischt und bin danach mehr rückwärts gelaufen als vorwärts. Die Entscheidung, abzusagen war richtig. Durch die Bedingungen sind doch viele Sprinterinnen hinten im Klassement gewesen.“
 
 
Sebastian Eisenlauer:
„Ich bin sehr enttäuscht, wäre gern gelaufen, weil die Strecke mir liegt und ich hier meine besten Ergebnisse gemacht habe. Ich habe mich richtig drauf gefreut und es stehen ja nicht mehr massenhaft Chancen an, sich für Olympia zu empfehlen. Das tut ganz schön weh. Dass die Absage richtig war, darüber muss man nicht lange nachdenken, wenn man gesehen hat, was da abgegangen ist. Da wurden Bäume entwurzelt und es hätte passieren können, dass Athleten, Zuschauer oder Helfer hätten verletzt werden können. Da muss man an die Sicherheit denken, auch wenn es megabitter ist.“
 
Dr. Peter Kruijer, Vorsitzender Skiclub Oberstdorf:
„Es war eine verantwortungsvolle Entscheidung der Jury. Letztlich war es schon sehr gefährlich, da muss man unsere Helfer und natürlich auch die Läufer schützen, keine Frage. Wie es morgen weitergeht, wissen wir noch nicht. Wir schauen uns die Wetterprognosen jetzt natürlich ganz genau an.“

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